Ein Erbe von Milliarden und ein ungeklärtes Verschwinden

Die Geschichte der Familie Haub ist geprägt von wirtschaftlichem Erfolg, Machtkämpfen und einem mysteriösen Verschwinden. Der Konzern Tengelmann, zu dem heute die Baumarktkette Obi und der Textildiscounter Kik gehören, wurde über Jahrzehnte von der Familie Haub geführt. Doch das Schicksal des einstigen Familienoberhaupts Karl-Erivan Haub sorgt bis heute für Spekulationen und juristische Auseinandersetzungen.

Ermittlungen gegen Christian Haub

Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt nun gegen Christian Haub, den aktuellen Konzernchef und Bruder des verschwundenen Karl-Erivan Haub. Der Verdacht: falsche Versicherung an Eides statt. Ausgangspunkt der Ermittlungen ist eine Strafanzeige einer Journalistin, die sich intensiv mit dem Fall beschäftigt hat.

Karl-Erivan Haub verschwand im April 2018 während einer Skitour in Zermatt und wurde 2021 offiziell für tot erklärt. Christian Haub hatte damals eidesstattlich versichert, dass es keine Hinweise auf das Überleben seines Bruders gebe. Doch neue Fotos, die angeblich Karl-Erivan in Russland zeigen, werfen Zweifel auf.

War Karl-Erivan Haub nie verschwunden?

Bereits 2020 gab es Berichte, wonach Karl-Erivan nicht verunglückt, sondern untergetaucht sei – in Russland, an der Seite einer jüngeren Geliebten. Dies wäre eine bemerkenswerte Wendung, denn als Unternehmer hatte er sich stets kritisch gegenüber Russland geäußert. Doch Recherchen von Medien wie Business Insider brachten Bilder ans Licht, die ihn in Moskau zeigen sollen. Nun sind erneut Fotos aufgetaucht, die Karl-Erivan in Russland abbilden sollen – auch der Staatsanwaltschaft liegen diese vor. Dennoch bleibt seine offizielle Todeserklärung bestehen.

Eine zerstrittene Familie und hohe finanzielle Interessen

Die Haub-Familie soll schon vor dem Verschwinden Karl-Erivans von internen Spannungen geprägt gewesen sein. Die Brüder Christian und Karl-Erivan führten ein komplexes Verhältnis, während ihr dritter Bruder Georg weitgehend aus der Familiengeschichte ausgeklammert blieb. Berichten zufolge sollen sie sich gegenseitig mit Privatdetektiven überwacht haben.

Sollten sich die neuen Hinweise als belastbar erweisen, könnte dies für Christian Haub weitreichende Konsequenzen haben. Die Todeserklärung seines Bruders hatte für ihn mutmaßlich wirtschaftliche Vorteile, da sie seinen Weg an die Spitze von Tengelmann ebnete. Eine Wiederaufnahme des Falls könnte die Machtverhältnisse im Konzern erneut erschüttern.

Ein Angebot, das abgelehnt wurde

Interessanterweise soll die Staatsanwaltschaft Christian Haub Ende 2023 einen Deal angeboten haben: eine Einstellung des Verfahrens gegen eine Zahlung von zwei Millionen Euro. Doch Haub lehnte ab. Sein Anwalt betont, dass es keine Beweise für das Überleben Karl-Erivans gebe.

Der Fall bleibt einer der rätselhaftesten in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Ob es jemals eine eindeutige Antwort darauf geben wird, was mit Karl-Erivan Haub wirklich geschah, bleibt abzuwarten. Wir bleiben an der Sache dran!

Posted in